ICD-10 oder ICD-11 in der HPP-Prüfung – Was Sie jetzt wissen müssen

ICD-10 oder ICD-11 in der HPP-Prüfung

 

Eine der häufigsten Fragen die wir bei ARSANIS bekommen: „Muss ich für die HPP-Prüfung ICD-10 oder ICD-11 können?“ Die Antwort ist konkreter als bei den meisten anderen Schulen – weil wir sie direkt nachgefragt haben.


Was wir direkt beim Gesundheitsamt Solingen erfragt haben

Das Gesundheitsamt Solingen ist in NRW für die Koordination der amtsärztlichen HPP-Prüfungen maßgeblich. Wir haben dort direkt nachgefragt: Wann wird die Prüfung auf ICD-11 umgestellt?

Die Antwort: Es gibt aktuell keinen festgelegten Termin für die Umstellung. Die Prüfung 2026 basiert weiterhin auf ICD-10.


Was ist der Unterschied zwischen ICD-10 und ICD-11?

ICD steht für International Classification of Diseases – die internationale Klassifikation von Krankheiten der WHO. ICD-10 wird seit den 1990er Jahren in Deutschland verwendet. ICD-11 wurde 2019 veröffentlicht und wird schrittweise eingeführt.

Für HPP besonders relevant:

Burnout als eigenständiges Syndrom

In ICD-10 ist Burnout eine Zusatzdiagnose ohne eigene Kategorie. ICD-11 führt es als eigenständiges Syndrom im beruflichen Kontext auf – mit drei definierten Dimensionen: Erschöpfung, Zynismus und verringerte Leistungsfähigkeit.

Komplexe PTBS als separate Diagnose

ICD-11 führt die Komplexe PTBS als eigene Diagnose ein – für Menschen die wiederholten Traumatisierungen ausgesetzt waren. Eine wichtige Erweiterung für die therapeutische Praxis.

Dimensionales Modell für Persönlichkeitsstörungen

ICD-11 ändert die Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen grundlegend – weg von kategorialen Diagnosen hin zu einem dimensionalen Modell. Das ist ein Paradigmenwechsel – für die Prüfung 2026 noch nicht relevant, aber für die Praxis zunehmend.

Gaming Disorder

ICD-11 führt Gaming Disorder als eigenständige Diagnose ein – für HPP die mit jungen Menschen arbeiten zunehmend praxisrelevant.


Wie ARSANIS damit umgeht

Die Prüfungsvorbereitung basiert auf ICD-10 – das ist die Grundlage der amtsärztlichen Prüfung in NRW.

Relevante ICD-11-Neuerungen werden ergänzend unterrichtet – als Praxiswissen, nicht als Prüfungsstoff.

ARSANIS beobachtet die Entwicklung aktiv – sobald eine offizielle Ankündigung zur Umstellung vorliegt, passen wir die Ausbildungsinhalte an.


📍 Standorte & Formate

Die HPP-Ausbildung bei ARSANIS findet in Wuppertal, Köln, Essen und Aachen statt – sowie bundesweit als Live-Webinar online. Einstieg jederzeit möglich.


Häufige Fragen

Wird die HPP-Prüfung bereits nach ICD-11 gestellt?

Stand Mai 2026: Nein. Die Prüfung basiert auf ICD-10. Das Gesundheitsamt Solingen hat auf ARSANIS-Anfrage bestätigt, dass kein Umstellungstermin bekannt ist.

Was sind die wichtigsten ICD-11-Änderungen für HPP?

Burnout als eigenständiges Syndrom, Komplexe PTBS als separate Diagnose, dimensionales Modell für Persönlichkeitsstörungen und Gaming Disorder als neue Diagnose.

Sollte ich ICD-11 lernen?

Als Zusatzwissen ja. Als Prüfungsgrundlage nein – die Prüfung basiert auf ICD-10. Bei ARSANIS werden ICD-11-Neuerungen ergänzend unterrichtet.


Konkrete Unterschiede für die HPP-Praxis

Was bedeuten die ICD-11-Änderungen konkret für die tägliche Praxis eines HPP?

Burnout-Diagnose wird einfacher

In ICD-10 ist Burnout keine eigenständige Diagnose – was die Kommunikation mit Patienten und Kollegen manchmal umständlich macht. In ICD-11 gibt es klare Kriterien und eine eigene Kategorie. Das macht die Diagnose präziser und erklärbarer.

Komplexe Traumatisierung besser abbildbar

Viele HPP-Patienten haben nicht eine einzelne Traumatisierung erlebt, sondern wiederholte oder langanhaltende belastende Erfahrungen – Kindheitstrauma, Misshandlung, chronische Gewalt. Die Komplexe PTBS in ICD-11 bildet das besser ab als die PTBS in ICD-10. Für die Therapieplanung ist das ein wichtiger Unterschied.

Persönlichkeitsstörungen – neues Denken

Das dimensionale Modell in ICD-11 ändert wie wir über Persönlichkeitsstörungen denken. Statt „Hat der Patient Borderline oder nicht?“ fragt ICD-11: Welche Schwere hat die Störung, welche Ausprägungen dominieren? Das ist näher an der therapeutischen Realität – aber es braucht Übung um so zu denken.


Was das für Ihre Prüfungsvorbereitung bedeutet

Konkret und praktisch:

  1. Lernen Sie ICD-10 Kapitel F gründlich. Das ist das Herzstück der schriftlichen und mündlichen Prüfung – bis auf weiteres unverändert.
  2. Machen Sie sich mit den wichtigsten ICD-11-Neuerungen vertraut. Besonders Komplexe PTBS, Burnout und das dimensionale Persönlichkeitsmodell. Das zeigt dem Amtsarzt dass Sie auf dem aktuellen Stand sind.
  3. Seien Sie skeptisch gegenüber Schulen die bereits vollständig auf ICD-11 umgestellt haben – das kann ein Risiko für Ihre Prüfungsvorbereitung sein.

ARSANIS beobachtet die Entwicklung für Sie

Als Ausbildungseinrichtung ist es unsere Aufgabe die Entwicklungen in der Klassifikation psychischer Erkrankungen zu verfolgen und die Ausbildungsinhalte aktuell zu halten. Sie müssen sich keine Sorgen machen dass Sie veraltete Inhalte lernen – bei ARSANIS werden die Inhalte regelmäßig aktualisiert.

Sobald eine offizielle Ankündigung zur ICD-11-Umstellung in der HPP-Prüfung vorliegt, informieren wir Sie – und passen die Ausbildung entsprechend an.


Weitere Informationen

→ HPP-Ausbildung bei ARSANIS

→ HPP-Prüfung NRW – Ablauf und Vorbereitung


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