Typische Stolperfallen in der HPP-Prüfung – und wie Sie sie vermeiden

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Viele Fehler in der Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch zu schnelles Antworten, fehlende Struktur oder Unsicherheit bei Gefährdung und rechtlichen Grenzen. Wer die typischen Stolperfallen kennt, kann sie gezielt vermeiden. Dieser Artikel geht sie der Reihe nach durch – erst für den schriftlichen, dann für den mündlichen Teil.

Kurz zum Rahmen: So ist die Überprüfung aufgebaut

Die Überprüfung findet beim zuständigen Gesundheitsamt statt und besteht aus zwei Teilen. Grundlage sind die Leitlinien des Bundesgesundheitsministeriums für die Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern, die seit dem 22. März 2018 gelten:

  • Schriftlich: 28 Fragen in 60 Minuten. Bestanden hat, wer mindestens drei Viertel der Fragen richtig beantwortet – also mindestens 21.
  • Mündlich: höchstens 45 Minuten pro Person, mit Fragen gezielt zum Gebiet der Psychotherapie.

Geprüft wird vor allem eines: ob von Ihrer späteren Tätigkeit eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung ausgehen kann. Daran hängen fast alle Stolperfallen unten. Den Ablauf beim Amt beschreibt der Artikel HPP-Prüfung beim Gesundheitsamt.

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Stolperfallen im schriftlichen Teil

1. Die Frage nicht genau lesen

Ein großer Teil der Punkte geht nicht durch Unwissen verloren, sondern durch Lesefehler. Achten Sie auf Verneinungen („Welche Aussage trifft nicht zu?“) und darauf, ob eine oder mehrere Antworten verlangt sind. Unterstreichen Sie Schlüsselwörter, bevor Sie die Antworten lesen.

2. Zeit falsch einteilen

60 Minuten für 28 Fragen bedeuten gut zwei Minuten pro Frage. Wer an einer schweren Frage hängen bleibt, fehlt am Ende bei den leichten. Besser: erst alle sicheren Fragen beantworten, schwierige markieren und am Schluss zurückkehren.

3. Zeitkriterien der ICD-10 übersehen

Prüfungsrelevant ist derzeit die ICD-10. Viele Fragen hängen an Details wie dem Zeitkriterium: Eine depressive Episode setzt zum Beispiel eine Dauer von mindestens zwei Wochen voraus. Wer nur die Symptome kennt, aber nicht die Kriterien, verliert hier Punkte. Mehr dazu im Artikel ICD-10 und ICD-11 in der HPP-Prüfung.

4. Gesetzeskunde für „Nebensache“ halten

Heilpraktikergesetz, Infektionsschutzgesetz, Schweigepflicht, Unterbringungsrecht: Diese Fragen kommen regelmäßig und sind mit Fleiß gut zu sichern. Eine Übersicht bietet der Artikel Gesetzeskunde für die HPP-Prüfung. Typische Themen und Beispielfragen finden Sie unter Schriftliche HPP-Prüfung: Themen und Fragen.

Stolperfallen im mündlichen Teil

5. Körperliche Ursachen übersehen

Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen oder Erschöpfung dürfen nicht vorschnell als rein psychisch eingeordnet werden. Hinter Angst oder Antriebslosigkeit kann auch eine körperliche Erkrankung stecken. Erwartet wird, dass Sie das mitdenken und eine ärztliche Abklärung empfehlen – etwa bevor eine Konfrontationsbehandlung bei Angststörungen beginnt.

6. Gefährdung nicht aktiv ansprechen

Der häufigste und folgenreichste Fehler: Suizidalität oder Fremdgefährdung wird umgangen. Erwartet wird, dass Sie Risiken direkt, ruhig und strukturiert ansprechen und einschätzen. Dazu gehört auch zu wissen, was dann zu tun ist: bei akuter Gefahr Notruf 112 oder Polizei, sonst die Einbindung von Ärzten oder dem sozialpsychiatrischen Dienst. Eine Unterbringung nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz ordnet nicht der Heilpraktiker an – Sie müssen aber wissen, wann sie in Betracht kommt. Vertiefung: Eigen- und Fremdgefährdung, Einweisung.

7. Die Diagnose zu schnell nennen

Eine vorschnelle Festlegung wirkt unsicher. Besser ist ein fester Ablauf, den Sie jedes Mal laut durchgehen:

  1. Symptome beschreiben und den psychopathologischen Befund erheben
  2. eine Verdachtsdiagnose formulieren
  3. Differentialdiagnosen prüfen – auch körperliche und suchtbedingte Ursachen (Differentialdiagnose in der HPP-Prüfung)
  4. Gefährdung einschätzen
  5. das weitere Vorgehen begründen: selbst behandeln, überweisen oder gemeinsam mit einem Arzt

8. Nur Psychotherapie als Behandlung nennen

Wenn nach der passenden Behandlung gefragt wird, reicht ein Psychotherapieverfahren oft nicht. Bei schweren Depressionen oder Schizophrenie spielen Medikamente eine entscheidende Rolle. Heilpraktiker für Psychotherapie dürfen keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen und sollten nie zum Absetzen raten – sie arbeiten mit dem behandelnden Arzt zusammen.

9. Die eigenen rechtlichen Grenzen unterschätzen

Die Erlaubnis gilt nur für das Gebiet der Psychotherapie. Häufig geprüft werden:

  • Berufsbezeichnung: „Psychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt. Sie führen den Titel „Heilpraktiker für Psychotherapie“ bzw. „Heilpraktikerin für Psychotherapie“.
  • Aufklärung: über Nutzen, Risiken, Ablauf und Kosten – und über die Möglichkeit einer Psychotherapie auf Kosten der Krankenkasse.
  • Schweigepflicht und ihre Ausnahmen, etwa bei einer Schweigepflichtsentbindung oder akuter Selbst- oder Fremdgefährdung.
  • Dokumentation der Behandlung, der Aufklärung und von Vereinbarungen.

10. Störungsbilder unsauber abgrenzen

Wahn, Zwang, Angst und organisch bedingte Symptome müssen klar getrennt werden. Ein Beispiel: Zwangsgedanken erlebt der Betroffene als eigene, aber unsinnige Gedanken und wehrt sich gegen sie. Ein Wahn dagegen ist eine unkorrigierbare Überzeugung, an der der Betroffene trotz Gegenbeweis festhält. Solche Unterscheidungen sollten Sie an Fallbeispielen üben, nicht nur als Definition lernen. Übungsfälle finden Sie unter Fallbeispiele für die mündliche HPP-Prüfung.

11. Therapieverfahren nur als Namen kennen

Es genügt nicht, Verfahren aufzuzählen. Erwartet wird ein Verständnis von Grundidee, Anwendungsbereich und Grenzen – zum Beispiel, warum eine aufdeckende Therapie in einer akuten Psychose nicht angezeigt ist. Einen Überblick gibt der Artikel Therapeutische Verfahren in der Psychotherapie.

12. Die Nerven verlieren

Wer vor Aufregung hastig antwortet, macht die Fehler oben fast automatisch. Hilfreich ist, eine Frage kurz zu wiederholen, laut zu strukturieren und auch einmal zu sagen: „Das würde ich ärztlich abklären lassen.“ Mehr dazu: Prüfungsangst vor der HPP-Prüfung und Die häufigsten Fehler in der mündlichen HPP-Prüfung.

Wie ARSANIS Sie auf diese Stolperfallen vorbereitet

Die Prüfungsvorbereitung ist bei ARSANIS kein Extra am Ende, sondern läuft von Anfang an mit. Im Unterricht besprechen Sie Fallbeispiele in genau der Struktur, die oben beschrieben ist, und üben das laute, geordnete Antworten. Der Unterricht findet alle 14 Tage statt – live online oder in Präsenz in Wuppertal, Köln und Essen (HPP-Ausbildung in NRW). Zum Selbsttest gibt es den HPP-Prüfungssimulator, einen Überblick über alle Prüfungsthemen der HPP-Prüfungsnavigator.

Ihre Dozentinnen und Dozenten – Menschen, die die Prüfung selbst kennen

Michael Kensy, Dozent für die HPP-Ausbildung live online bei ARSANIS

Michael Kensy – Ihr Dozent im Live-Online-Kurs
Heilpraktiker für Psychotherapie und Verhaltenstherapeut. Er unterrichtet die HPP-Ausbildung bei ARSANIS live online – mit Fallbesprechungen und Prüfungstraining statt Videokonserve.

Tanja Abmeier-Dunskus, Dozentin für die HPP-Ausbildung in Wuppertal

Tanja Abmeier-Dunskus – HPP in Präsenz in Wuppertal
Heilpraktikerin für Psychotherapie und Verhaltenstherapeutin. Sie unterrichtet den HPP-Präsenzkurs in Wuppertal und die KVT-Ausbildung.

Peggy Schröder, Dozentin für die HPP-Ausbildung in Essen

Peggy Schröder – HPP in Präsenz in Essen
Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis in Düsseldorf. Schwerpunkte: Hypnosetherapie, humanistische Gesprächsführung und körperorientierte Ansätze.


In Köln unterrichtet Angela Kleinegräber, in Essen gemeinsam mit Peggy Schröder auch Kirsten Sander.

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Häufige Fragen

Was sind die häufigsten Fehler in der HPP-Prüfung?

Im schriftlichen Teil sind es vor allem Lesefehler, schlechte Zeiteinteilung und übersehene ICD-10-Kriterien. Im mündlichen Teil werden häufig körperliche Ursachen übersehen, Suizidalität nicht aktiv angesprochen, Diagnosen zu schnell genannt und die rechtlichen Grenzen der Erlaubnis unterschätzt.

Wie viele Fragen hat die schriftliche HPP-Prüfung?

28 Fragen in 60 Minuten. Bestanden hat, wer mindestens drei Viertel richtig beantwortet, also mindestens 21 Fragen. So sehen es die Leitlinien des Bundesgesundheitsministeriums vor, die seit dem 22. März 2018 gelten.

Wie lange dauert die mündliche HPP-Prüfung?

Höchstens 45 Minuten pro Person. Die Fragen beziehen sich gezielt auf das Gebiet der Psychotherapie.

Wie vermeide ich vorschnelle Diagnosen?

Mit einem festen Ablauf: Symptome und psychopathologischen Befund beschreiben, Verdachtsdiagnose formulieren, Differentialdiagnosen einschließlich körperlicher Ursachen prüfen, Gefährdung einschätzen und das weitere Vorgehen begründen.

Darf ich mich nach bestandener Prüfung Psychotherapeut nennen?

Nein. Die Bezeichnung „Psychotherapeut“ ist gesetzlich geschützt. Sie führen den Titel „Heilpraktiker für Psychotherapie“ bzw. „Heilpraktikerin für Psychotherapie“.

Wer führt die Überprüfung durch?

Das zuständige Gesundheitsamt. Die Erlaubnis erteilt anschließend die zuständige Behörde. ARSANIS bereitet auf die prüfungsrelevanten Inhalte vor, eine Bestehensgarantie gibt es nicht.