Warum ich meine HPP-Ausbildung in Präzens gemacht habe
Kirsten Sander ist Heilpraktikerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und unterrichtet heute selbst bei ARSANIS. Hier erzählt sie, warum sie die Präsenzausbildung gewählt hat – und was die Ausbildung wirklich bedeutet.
Ich bin gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau. Nach der Geburt meiner Kinder war ich erst mal raus aus dem Berufsleben – und als ich zurückkehren wollte, war es nicht mehr ganz so einfach. Ich hatte das Gefühl, auf dem beruflichen Abstellgleis zu stehen.
Psychologie hatte mich schon lange interessiert, bevor es Mode wurde. Die HPP-Ausbildung war für mich die Möglichkeit, aus dieser Leidenschaft etwas Echtes zu machen – und endlich wieder eigenverantwortlich zu arbeiten. Als ich das entschieden hatte, haben mich einige Leute schief angeschaut. Das war mir egal.
Ich habe mich für die Präsenzausbildung entschieden. Nicht weil Online schlechter ist – ich sage meinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch heute, dass das Format zur Persönlichkeit passen muss. Für mich war es klar: Ich lerne besser wenn ich Menschen sehe, wenn ich deren Reaktionen spüre, wenn wir gemeinsam über einen Fall reden. Für ein Fach, das sich mit menschlichem Erleben befasst, war das für mich keine Frage.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Was die HPP-Ausbildung wirklich ist
Das möchte ich gleich klarstellen: Die HPP-Ausbildung ist keine Therapieausbildung. Sie lernen nicht in erster Linie, wie man therapeutisch arbeitet, sondern wie man psychische Erkrankungen erkennt, einordnet, rechtlich sicher handelt und wann man überweisen muss. Das ist der gesetzliche Auftrag des HPP.
Der Schwerpunkt liegt auf Krankheitsbildern, Psychopathologie und Gesetzeskunde. Gerade die Gesetzeskunde wird häufig unterschätzt. Das ist ein Fehler – sie ist in der Prüfung prüfungsrelevant.
Ein Satz, den ich im Unterricht immer wieder betone: Als Heilpraktikerin für Psychotherapie darf ich vieles – aber es gibt klare Behandlungsverbote und Grenzen der HPP-Tätigkeit. 😉
Die Prüfung – eine ernsthafte Prüfung
Meine eigene mündliche Prüfung war eine ernsthafte Prüfung – und das ist genau richtig so. Wer danach eigenverantwortlich mit Menschen in psychischen Ausnahmesituationen arbeiten darf, muss unter Druck zeigen können was er weiß.
Mein Fallbeispiel war eine Patientin mit Depression. Dann kam ein Notfall dazu der erkannt werden musste. Und dann kamen die Gesetze – konkrete Fragen dazu was erlaubt ist, was nicht, und wann man zwingend überweisen muss. Wer die Gesetzeskunde nicht sicher beherrscht, hat genau an dieser Stelle ein ernstes Problem.
In der Ausbildung bei ARSANIS üben wir immer wieder praxisnahe Fallarbeit und strukturierte Prüfungsvorbereitung – schriftlich und mündlich. Wer regelmäßig mitarbeitet, entwickelt mit der Zeit mehr Struktur im Umgang mit typischen Prüfungssituationen.
Wichtig zur Anmeldung: Solingen kann nach bisherigen Informationen sehr lange Wartezeiten haben. Bitte den aktuellen Stand direkt beim Amt erfragen.
Was Präsenz konkret bedeutet
In der Präsenzausbildung können Sie vor echten Menschen sprechen – das ist etwas anderes als alleine vor dem Bildschirm zu sitzen. Vor der Gruppe Antworten zu formulieren, mit Nervosität umzugehen und strukturiert zu antworten – das lässt sich in der Gruppe üben. Die Nervosität ist realer. Die Rückmeldung ist direkter.
Das bedeutet nicht dass Online schlechter ist. Aber für mich persönlich war klar: Ich lerne besser wenn ich Menschen sehe und höre.
Was ich heute empfehle
Wählen Sie das Format das zu Ihrem Leben passt – nicht das das attraktiver klingt.
Was in beiden Formaten gleich ist: die Inhalte, die Anforderungen und die Ernsthaftigkeit der Prüfung. Die beschränkte Heilpraktikererlaubnis auf dem Gebiet der Psychotherapie erlaubt heilkundliches Arbeiten im psychotherapeutischen Bereich – immer im Rahmen der gesetzlichen Grenzen. Das bedeutet auch: klare Behandlungsverbote, Pflicht zur Überweisung bei Eigen- oder Fremdgefährdung, Verantwortung gegenüber Patientinnen und Patienten. Wer das unterschätzt, unterschätzt auch die Verantwortung, die mit dieser Erlaubnis verbunden ist. Das ist eine Berufung und eine Aufgabe, der ich immer wieder gerne nachkomme.
Kirsten Sander ist Heilpraktikerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Dozentin bei ARSANIS in Wuppertal.
📍 Standorte & Formate
Die HPP-Ausbildung bei ARSANIS findet in Wuppertal, Köln, Essen und Aachen statt – sowie bundesweit als Live-Webinar online. Einstieg jederzeit möglich.
ARSANIS setzt auf praxisnahes Lernen durch Fallarbeit, verständliche Struktur und prüfungsorientierte Wiederholung. Ziel ist, dass Teilnehmer psychische Störungsbilder sicherer einordnen, Grenzen erkennen und in der mündlichen Überprüfung strukturierter antworten können.
Häufige Fragen
Was macht die HPP-Präsenzausbildung besonders?
Kleine Gruppen, feste Dozentinnen aus eigener Praxis, direkte WhatsApp-Erreichbarkeit und gezielte Vorbereitung auf typische Anforderungen der mündlichen Überprüfung. Alle zwei Wochen, berufsbegleitend.
Was kostet die HPP-Ausbildung?
3.090 € gesamt, zahlbar in Raten von 257,50 € monatlich – zinsfrei. Bei Bewilligung des Bildungsschecks NRW kann eine Rückerstattung von bis zu 500 € möglich sein. Die Förderung wird nicht automatisch vom Kurspreis abgezogen und ist nicht an das Bestehen der amtsärztlichen Prüfung gebunden.
Ja – die Ausbildung ist berufsbegleitend aufgebaut. Unterricht findet abends statt (Tageskurs 10–13 Uhr oder Abendkurs 18–21 Uhr), das Format ermöglicht auch eine Kombination mit Beruf und Familie.
Weitere Informationen
→ Zur HPP Präsenz-Ausbildung in NRW
→ HPP Online-Ausbildung als Alternative


